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Die Lösung vom Problem ist ein Prozess

Gemeinsame Lösungen sind tragfähige Lösungen

In diesem blogartigen Onlineangebot wollen wir Trainer und Coaches von Syscoach Fragestellungen aufgreifen, die, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, vermehrt in unseren Coachings und Beratungen vorkommen.

Vom Umgang mit mir selbst, meiner Situation, meinen Gefühlen und Gedanken...
Vom Umgang mit anderen: der Familie, der/dem Partner(in), den Freunden, Arbeitskollegen, Kunden, Vorgesetzten...

  • Wir teilen eigenen Gedanken
  • Wir geben Hilfestellungen und Impulse
  • Wir teilen gute Erfahrungen Anderer
  • Wir versuchen einen Betrag zu leisten


lösungsorientierter Blog



Sinnierhilfe#3

Coaches brauchen gute Fragen. Gute Antworten hat der Kunde....


Sinnierhilfe#2

Die Herausforderung ist meist im inneren einer Person....


Sinnierhilfe #1

Wenn man so für sich ist, kann man durch fokussierte Fragen Einfluss nehmen wohin die Gedanken so gehen. Oder die Fragen guten Freunden stellen... Viel Freude damit!


ganz schön familie

Familien in der Corona-Krise. Wie meistern wir Konflikte?

 

Besondere Ereignisse wie die Corona-Krise sind eine Herausforderung, die übergreifend, familiär, und gesamtgesellschaftlich bewältigt werden müssen. Die Veränderung der äußeren Umstände birgt eine in dieser Dimension noch nie da gewesene Chance zur Reflexion und neue Möglichkeiten, positive Veränderungen auf den Weg zu bringen – kurz- wie auch langfristig. Es werden ausgesuchte Wissenschaftler und prominente Gäste am Gespräch teilnehmen, die ihre Expertise und Erfahrungen beisteuern. Diese zu begleiten, ist das Ziel. Und es ist mehr wie ein Erste-Hilfe-Kasten.

Dr. Dagmar Berwanger und Ingo Wölfl laden im Gspräch mit Carolin Nyhuis zum Perspektivwechsel ein.

https://www.ganzschoenfamilie.de/

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Die Küche als Adventureparadies

Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit wagemutiger Sorglosigkeit. (Dalai Lama)

 

Ingo Wölfl, Trainer und Coach
in der Zeit der Ausgangbeschränkungen wird es rar mit den Betätigungen im Freien. Freunde treffen, Mikroabenteuer, Auspowern....für manche ist das Draussensein die Distanz vom Alltag, Runterkommen, Freunde teffen und die Möglichkeit bei sich selbst anzukommen. 

Nun gibt es neue Formen von Abenteurern. Wer Kinder daheim hat, übt sich in Durchatming, 5-Min-Silencing, Homeschooling.... und als Familie bricht man Rekorde in Serienschauen und Podcasthören. Für uns selber beschert die Coronakrise auch neuere Advetureformen: Rumsitzing, Mit-sich-in-Kontakt-comming, Gefühling, Strukturing,... 

Meist genieße ich das Abenteuer, lange geparkte Gedanken und Gefühle zu Ende zu denken und "durchzuspüren" und bin immer wieder erstaunt wie unterschiedlich die Wendungen sind, wie sich Gedanken und Gefühle immer wieder verändern. Diese inneren Reisen sind spannend und... machen Hunger.

Also auf in die Küche. Etwas kochen, was ich noch nie gekocht habe. Zutaten wählen, die ich zum ersten Mal lese, Zubereitungsformen, die ich im Internet nachschlagen muss. Z.b. Braisieren war bisher nicht in meinem Wortschatz. Bisher habe ich geschmort... Klar, da kann es sein, dass es über den Versuch nicht hinaus bzw. der Versuch in den Mülleimer geht und dann doch Nudeln mit Fertigpesto für die nötige Energierückgewinnung sorgt. 

Heute war Backen dran. Für einen der nicht backt, eine Herausforderung. Ich liebe Hefenusszöpfe. Der nahe Bäcker backt leider keinen. OK, also selber die Zutaten besorgen. Das Bewegen im öffentlichen Raum bzw. Supermarkt, bei gleichzeitger Wahrung der 1,50m Abstand, ist auch schon fast ein Abenteuer, eine neue Sportart allemal. 

Nach dem Einkauf, an die Arbeit und siehe da - da kam wirklich ein Zopf aus dem Ofen. Ok, innen war er noch zu teigig, aber vieles davon konnte man gut essen. 

Mission completed mit Luft nach oben.

Vielleicht ist dies ja eine Inspiration. Man kann auch einfach ein Kochbuch aufschlagen und kochen was das steht. Raus aus der Routine als Routine.

Und mit dem Kochen ist das wie mit der Liebe. Ich liebe das Zitat aus den Lebensregeln des Dalai Lama. Mit Sorglosigkeit zu Lieben und zu Kochem macht das Leben lebenswert unabhängig vom Ergebnis. Denn mit Sorge zu Lieben und zu Kochen, macht keine Freude und das Ergebnis auf keinen Fall besser. Aus der Beratung wissen wir, dass liebevolle Überraschungen die Liebe potenzieren, wie auch ein mit Liebe gekochtes Essen das Herz füllt und meist auch den Magen.


Licht im Tunnel

Buchempfehlung

 

Amrei Korte, Trainerin + Coach
Wenn ich gerade in die Welt rausschaue, dann ist die ziemlich zappenduster – und das trotz wunderschöner Frühlingssonne. Je mehr Zeitung ich lesen oder andere Medien konsumiere, desto bewusster wird mir: Wir befinden uns in einem dunklen Tunnel, von dem wir nicht wissen, wohin er führt. Er ist einfach nur schwarz und lang und äußerst besorgniserregend. Welcher Weg führt zum Licht am Ende des Tunnels? Wie lange ist es bis zum Ende des Tunnels? Hat der Tunnel überhaupt ein Ende? Kommt danach wirklich Licht oder geht es gleich weiter in den nächsten Tunnel? Wer kann das schon mit Gewissheit beantworten? 

Es heißt – gerade im Coaching – ja immer, dass es in allem vermeintlich Schlechten auch etwas Gutes gibt. Damit stellt sich unweigerlich die Frage: was soll das Gute an einer Pandemie sein, die Tausende tötet und die Wirtschaft weltweit massiv schädigt?

Ehrlich gesagt: ich finde, daran gibt es nichts Gutes. Und erschwerend kommt hinzu, dass ich an der Situation nichts ändern kann. Ich kann die Ausbreitung des Virus’ nicht stoppen, ich kann die Wirtschaft nicht retten oder unzählige weitere Intensivbetten für Italien aus dem Boden stampfen. 

Das einzige, was ich ändern, woran ich schrauben kann, ist mein Umgang mit der Situation. Ich kann für kleine Lichtblicke im Dunkel des Tunnels sorgen. Wie die konkret aussehen, kann und muss jeder für sich selbst herausfinden: was tut gerade gut, was bereitet Freude? Ein Telefonat oder Videochat mit einer Freundin? Ein schön gedeckter Tisch? Ein Kaffee in der Sonne auf dem Balkon? Ein Buch, ein Podcast, Yoga, Schreiben, Kochen, Knutschen, Kekse, Schlafen… you name it! Wenn momentan keine großen Sprünge möglich sind, ist es umso wichtiger, in den kleinen Dingen Sinn und Freude zu finden.

Das Buch “Trotzdem ja zum Leben sagen” von Viktor Frankl erscheint mir momentan wieder aktueller denn je. Frankl war als Jude während des Dritten Reichs in mehreren Konzentrationslagern und hat dort fast seine ganze Familie  verloren. Und trotz dieses unvorstellbar harten Schicksals schreibt er in seinem Buch: 
„Sofern nun das konkrete Schicksal dem Menschen ein Leid auferlegt, wird er auch in diesem Leid eine Aufgabe, und ebenfalls eine ganz einmalige Aufgabe, sehen müssen. Der Mensch muss sich auch dem Leid gegenüber zu dem Bewusstsein durchringen, dass er mit diesem leidvollen Schicksal sozusagen im ganzen Kosmos einmalig und einzigartig dasteht. Niemand kann es ihm abnehmen, niemand kann an seiner Stelle dieses Leid durchleiden. Darin aber, wie er selbst, der von diesem Schicksal Betroffene, dieses Leid trägt, darin liegt auch die einmalige Möglichkeit zu einer einzigartigen Leistung.”

Und wenn ich mir seine Geschichte vor Augen führe, dann kommt mir ein weiterer hilfreicher Aspekt in den Sinn – und zwar das Relativieren. Eine Technik, die im Stressmanagement gerne eingesetzt wird, da wir gerade in schwierigen Situationen zum wenig hilfreichen Schwarzmalen tendieren. 

Relativieren und entkatastrophisieren. Sich also zu fragen: Wie schlimm ist das, was gerade geschieht wirklich? Was bedeutet es konkret? Was ist Fakt und was ist meine dunkle Phantasie, was alles passieren könnte?  Und ich muss gar nicht so weit gehen, mir Frankls Schicksal anzuschauen, um festzustellen, dass es mir gar nicht so schlecht geht. Ja, ich mag beruflich gesehen vor einem großen Fragezeichen stehen, starke Umsatzeinbußen haben und langfristig Finanzengpässe befürchten, in meiner Wohnung festsitzen statt arbeiten zu gehen, Freunde zu treffen und Tennis zu spielen, unsere Demokratie hinterfragen und eventuell eine Grippe und Fieber bekommen. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass meine Familie auf grausame Art und Weise ausgerottet wird, ich nichts mehr zu essen habe, Deutschland innerhalb kürzester Zeit eine Diktatur wird, ich hinter Gittern sitze und täglich um mein Leben bangen muss.

Was ist stattdessen? Ich sitze in meiner komfortablen Wohnung in Schwabing, habe Zeit zum Kochen, Lebensmittel in Hülle und Fülle, esse mehr als mir gut tut, kann mich nicht entscheiden ob Cremant, Campari oder doch direkt Wein. Verbringe die Tage mit meinen Lieblingsmenschen, sehe Kollegen und Freunde per Videocall auf dem Bildschirm, überlege mir neue Wege des Arbeitens, gehe täglich an die frische Luft zum Sporteln, im Internet bestelle ich einen Sonnenschirm für den Balkon, ebenso Kaffeebohnen aus Brasilien, Bücher aus England und Brettspiele bei ebay Kleinanzeigen. Ich schau mir Live-Konzerte toller Künstler auf instagram bei TV Noir an. Und obwohl ich kein Opernfan bin, schau ich mal ins kostenlose Online-Programm der Staatsoper, Horizont erweitern und so. Ich bin gesund. Noch ist Geld auf dem Konto. Ich habe Zeit zu lesen und meine Gedanken zu Papier zu bringen sowie die Freiheit, diese zu veröffentlichen. Zur Unterhaltung streame ich Serien bei Netflix, oder lade mir Magazine und Bücher beim Onlineservice der Stadtbibliothek runter. Abends kuschel ich mich von einem Podcast berieselt in meine Kissen um am nächsten Morgen meine dank W-Lan-Steuerung bereits aufgewärmte Siebträgermaschine zu bedienen und Milch für den Cappuccino zu schäumen, der die von meinem Bruder frisch gebackenen, nach Zimt duftenden Franzbrötchen begleitet. 
Ist der Tunnel wirklich so dunkel?

Buchempfehlung: “Trotzdem ja zum Leben sagen, ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager” von Viktor Frankl


Leben reloaded

"Die Angst verhindert nicht den Tod, die Angst verhindert das Leben." Nagib Mahfuz

 

Miriam Flick, textet freiberuflich für uns
Die Angst scheint gerade allgegenwärtig. Sprichwörtlich haben wir es alle mit der Angst zu tun. Manche mehr. Manche weniger. Häufig geht es um existentielle Ängste. Was es gefühlt nicht leichter macht. Einen klaren Vorteil haben wahrscheinlich all diejenigen, die mit Ihr konfrontiert waren und einen Umgang gefunden haben. Im Wissen darum, dass die Angst ein Teil von uns ist, wird man nicht so leicht von Ihr übermannt. Und doch, in Anbetracht der Nachrichten, der Maßnahmen, und in der Allgegenwärtigkeit einer Begrifflichkeit neben der momentan nichts Anderes mehr zu existieren scheint, fällt es schwer, sie nicht übermächtig werden zu lassen.
Gut vorstellbar, was in all den Menschen vorgeht, die der Angst nichts abgewinnen können. Die einer so genannten Risikogruppe angehören. Die, infolge der Situation, um ihre Liebsten oder um ihre Existenz fürchten müssen. Die für mich erstaunlichste und zugleich scheinbar einfachste und offensichtlichste Begleiterscheinung liegt in der Beobachtung, dass alle Menschen gegenwärtig genauso agieren und reagieren wie immer. Nur extremer. Logisch, wir sind ja auch extrem gefordert.

Ich sehe genau hierin eine großartige Chance. Eine Möglichkeit der Weiterentwicklung, des Hinauswachsens über das, was wir bislang für möglich gehalten haben. Ich denke an eine wachsende Solidarität, an ein neues Miteinander, an Unterstützung. In allen denkbaren Formen. Und ich denke daran, dass es in herausfordernden Zeiten, in denen wir sogar an gewohnter Freiheit einbüßen müssen, möglich ist, an genau diesen Grenzen und Grenzerfahrungen, die wir jetzt machen müssen und dürfen, wachsen zu können. Echtes Wachstum hat natürlich immer auch Teile von Auseinandersetzung, von Reibung, von Neuem, bislang Unbekanntem. Von Schmerz. Von Ungewissheit und Ungeduld. Von Aushalten und Durchhalten.

Dies gilt gleichermaßen für Lebensereignisse, für gesellschaftliche Umstände, für zwischenmenschliche Beziehungen. Hier und jetzt sind wir alle gefordert. Im Kleinen wie im Großen. Fangen wir doch bei uns an. In unseren Beziehungen, in der Familie, mit den Menschen, mit denen wir gerade ungewohnt viel Zeit geschenkt bekommen.Was für eine Möglichkeit, alten Strukturen eine neue Richtung zu geben, miteinander auszuhalten, Neues auszuprobieren, Grenzen neu zu verhandeln, über sie hinauszuwachsen. Zu erkennen, wo es leicht und wo es schwierig ist. Zu reden, wo sonst geschwiegen wird. Zu schweigen, wo sonst geredet wird. Erfahrungen zu machen. In der Beschränktheit einer Quarantäne. Mit den Menschen, die da sind. Hier und jetzt. Und darüber hinaus. 

Die daraus entstandenen Möglichkeiten, die Blickrichtungen, die Erfahrungswerte, die Gefühle – tragen uns in eine Welt hinaus, die nicht mehr so sein wird, wie davor. Diese gedachte und gefühlte Zukunft wird so für mich hoffnungsvoll.
Wir haben gelernt, aus einer Krise. In einer Krise. Durch eine Krise. Mithilfe von Menschen. Wir haben geklärt, positive und negative Gefühle und Momente ausgehalten. Wir haben Ressourcen und Potentiale erkannt. Wir haben uns gestärkt und geschwächt. Damit hinaus ins Leben zu gehen. Damit den Herausforderungen zu begegnen, die dann auf uns zukommen. Damit die zu unterstützen, denen nicht die Möglichkeit gegeben war, Kraft und Energien zu sammeln.

Das bedeutet für mich Leben.


Fragen können wie Küsse schmecken

Gute Gespräche brauchen Stoff und ewig über Corona reden ist auch wie ein Virus, anstrengend, ermüdend, (beziehungs-)gefährdend.

 

Fragen können wie Küsse schmecken

Eigentlich ist ja alles schon geredet. Ich hatte dieses Gefühl im Auto, wenn man stundenlang im Stau steht oder auch in Urlauben, in denen man lange Zeit an einem Ort verbringt. Dann taucht ein Link auf und das Erzählen wird plötzlich leicht. So ein Link können z. B. die Erzählungen anderer sein, die Erinnerungen locker machen oder einfach auch gute Fragen. Fragen, die man sich noch nie gestellt hat, die man erstmal komisch findet, vielleicht zunächst zudringlich, einfach ungewöhnlich oder auch absurd.

101 Fragen, die sich lohnen. Es macht Spaß, einfach eine Zahl zu nennen und dann die Frage zu nehmen, die kommt ….. Wir haben es im Urlaub in der Toskana entwickelt, als sich die 14 – 17jährigen über die Erwachsenengespräche „beschwert“ hatten. Am frühen Abend beim Apero wurde es zum täglichen Dauerbrenner und es waren die Kinder, die darauf bestanden, es immer weiter zu treiben. Der Schlüssel sind Offenheit und echtes sich zeigen. Das schafft Verbindung und Tiefe für alle. Viel Freude damit, und sich erlauben reinzustolpern …

Eine Auswahl

  • Auf welche Weise können Ihre Freunde Ihnen eine Freude machen?
  • Welches ist der liebste Ort Ihrer Kindheit, Ihr liebster Ort der letzten Jahre und Ihr liebster Ort in zehn Jahren? 
  • Welchen persönlichen Freiraum haben Sie über all die Jahre konsequent verteidigt? 
  • Stellen Sie sich vor, man schenkt Ihnen eine Zeitreise. In welcher Epoche würden Sie aussteigen? Was möchten Sie dort erleben? 
  • Welcher historischen Persönlichkeit wären Sie gerne persönlich begegnet? Was hätten Sie miteinander besprochen?
  • Mit welchem sonst unerreichbaren Mann/Frau hätten Sie gerne eine Affäre gehabt? 
  • Was tun Sie am liebsten mit Ihrem Geld? 
  • Wer war oder ist ein Seelenverwandter für Sie? Und was macht diese Seelenverwandtschaft aus? 
  • Ziel vieler Filme ist es, Sie emotional zu berühren. Welcher Film hat Sie bisher am meisten berührt, und wie hat er das geschafft? 
  • ...

Hier sind 101 Fragen, die sich lohnen. Es macht Spaß, einfach eine Zahl zu nennen und dann die Frage zu nehmen, die kommt …

alle Fragen als PDF Downloaden

 


Kinder zuhause – die Phantasie spielen lassen – miteinander Spaß haben

Nur Fliegen ist schöner …

 

Hanne Peteranderl, Trainerin, Coach und Supervisiorin
„Oh, wir wollen auch mal fliegen! Da kann man Filme schauen, so viele man will!...“ Aus diesem Satz der 8jährigen Greta entstand die Idee, die wir noch am selben Nachmittag mit einigen Vorbereitungen umsetzten. „Aber an Bord muss man essen, was es gibt! Man hat nur die Wahl zwischen Pasta und Hühnchen.“ „Hühnchen!!“ war die prompte Antwort (vegetarischer Haushalt, also wurden zwei Hühnerbeine erworben, echt ist echt). 

Schließlich sah es so aus: Emil und Greta durften sich ein Ziel aussuchen (Grönland), ein Handgepäck zusammenstellen (Bücher und Kuscheltiere, …), Pässe und Bordkarten malen. 
Dann ging es zum Sicherheitscheck: Papa im angemessenen Dresscode packte alles in eine grüne Plastikbox und steckte diese zu Durchleuchtungszwecken in den Backofen. Ein Taschenmesser wurde reklamiert. Großes Geschrei.

Weiter ging es zur Gangway, wofür die beiden Passagiere zigmal den Gang auf und ab laufen mussten, bis endlich das Schild „22“ sichtbar wurde. Die Stewardess (Mama) begrüßte, führte an die Plätze (zwei Sessel, ausgestattet mit „Sicherheitsgurten“, eng vor ein verhangenes Fensterbrett gestellt – es soll sich ja echt anfühlen! Aufstehen darf man nur um aufs Klo zu gehen!). Einführung in die Sicherheitsvorschriften (findet sich eine witzige Version von Condor auf youtube) kam vom Laptop auf dem Fensterbrett, der Startvorgang am linken Fenster (youtube! und gleichzeitig die Sessel nach hinten kippen), anschließend kann man die Kinder einfach lassen, ist ja im Flieger auch so. Eine Durchsage des Kapitäns, natürlich zweisprachig, Getränke vom Rollwagen und wieder viel Zeit verstreichen lassen, bis endlich der Film beginnt (Der Junge, der den Wind einfing – netflix, aber die Feuerzangenbowle auf youtube tut‘s auch). 

In dieser Zeit haben wir Erwachsenen sehr entspannt gekocht und gegessen und tatsächlich noch einen Anflug auf Grönland bei youtube gefunden. Nachdem Tabletts mit Essen in kleinen Dosen und natürlich Hühnchen serviert und verputzt wurden, konnten Anflug und Landung dann „am rechten Fenster“ (Laptop) genau verfolgt werden. Durchsagen aus dem Cockpit und der Crew in fremder Sprache begrüßten in der neuen Welt. Die Tante dann am Ausgang mit Wollmützen und Katze. 

Es war ein Erlebnis für uns alle und wir hatten einen Heidenspaß beim Improvisieren.
 


Katastrophe?!

Was ist jetzt?

 

Patrick Gebhard, Trainer und Coach
"Ich freue mich, wenn es regnet, denn, wenn ich mich nicht freue, regnet es auch." Karl Valentin
Besonders tiefgründig erschien mir dieser Satz nie. Bis Ende letzten Jahres im engsten Familienkreis eine schwere gesundheitliche Diagnose von heute auf morgen unser aller Leben auf den Kopf stellte. Ich dachte damals schon: Verdammt, warum ausgerechnet wir und warum so hart …?
Zu dieser ersten Katastrophe gesellte sich nun die zweite Katastrophe hinzu – Der Corona Virus.
Die Mutation aus diesen beiden Katastrophen – der schier nicht zu bewältigende Alltag – fühlt(e) sich ungerecht, hundsgemein und unnötig an.

Dann aber kam mir folgender Satz in den Sinn: 
"Krisen können produktive Zustände sein, wenn man ihnen den Beigeschmack der Katastrophe nimmt." (Max Frisch)
Seitdem versuche ich zu unterscheiden zwischen dem was faktisch ist und was ich mir ausmale, was sein könnte. Und was tatsächlich nach Katastrophe schmeckt und was nicht.
Und, siehe da, wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf lenke, welche Potentiale in genau DIESER Zeit stecken und was mir momentan Gutes widerfährt, … 
dann schmeckt das Feierabendbier und die frische Brezn dazu auf einmal ganz anders, als noch vor ein paar Wochen. Und immer öfter freue ich mich wieder!
 


Urteilen vergrößert die Kluft und den Schmerz.

Die Kunst sich und andere zu lassen.

 

Amrei Korte, Trainerin und Coach
Ich erlebe gerade, wie unglaublich viel ge- und verurteilt wird über die Art und Weise, mit der aktuellen Situation umzugehen. Ich höre und lese “wie unentspannt” viele beim Einkaufen sind und sich doch bitte gefälligst “mal entspannen und die freie Zeit für Achtsamkeitstraining für eine bessere Welt nach Corona nutzen” sollen, wie “viel zu wenig ernst” andere die Pandemie nehmen und doch bitteschön endlich “aufhören sollen Coronawitze zu machen”, wie unausgeglichen und undankbar die Kinder sind, nerven und sich gefälligst zusammenreißen sollen, wie viel zu hysterisch die Mundschutzträger sind, wie schlecht gelaunt und gereizt der Partner, wie unfähig die Politiker, wie langsam die Regierung, wie übertrieben besorgt die Alten sind, usw. usf.  

Auch ich habe mich in den letzten Wochen immer wieder gefragt: darf ich noch lachen und Witze machen in Anbetracht der Schwere der Situation? Darf ich mich freuen über die geschenkte Zeit? Darf ich auch einfach mal faul in den Tag leben oder muss ich die Zeit so effektiv wie möglich nutzen, um mich und mein Business zu optimieren, wie ich es bei vielen Kollegen erlebe? Darf ich weinen und meine Wut rausschreien, mir Sorgen machen, meiner Angst einen Namen geben oder ist das hysterisch und übertrieben? Darf ich glücklich sein über alles was gerade Neues und Spannendes entsteht oder ist es zynisch, in solch einer Tragödie Glück zu empfinden? Darf ich “grundlos” schlecht gelaunt, gereizt und zickig sein oder ist das unangebracht und zu wenig selbstkontrolliert? Darf ich optimistisch bleiben oder ist das naiv und weltfremd? Darf ich meine Gedanken ehrlich äußern oder werde ich für mangelnde political correctness zerrissen?
Was erlaube ich mir? Und was erlaube ich Anderen? 

Wie reagiere ich darauf, wenn mein Nachbar, mein Partner, mein Kollege, mein Bruder anders als ich mit dieser für alle herausfordernden Situation umgeht? 
Und ich stelle fest, dass es mir am meisten hilft, mich und Andere zu lassen. Zu erlauben. Anzunehmen. Zu akzeptieren. Zu sehen, dass jeder einen anderen Umgang mit dem Verlust, dem Schmerz und der Angst hat. Denn ich bin überzeugt, dass aufgrund der drastischen aktuellen Veränderung jeder irgendeine Art von Verlust erlebt: für die Kinder der vielleicht größte Verlust ihres bisherigen Lebens: sie dürfen nicht mehr zur Schule gehen und ihre Freunde nicht mehr sehen. Erwachsene Menschen verlieren ihre Arbeit oder müssen sie grundlegend verändern und reduzieren. Soziale Kontakte und körperliche Nähe fallen weg. Sich zum Kaffee oder Essen zu verabreden ist keine Option mehr. Der Sport mit der Mannschaft, mit Freunden entfällt. Die von mir heiß ersehnte Eröffnung der Tennisplätze nach der Winterpause ist auf ungewissen Zeitpunkt verschoben. Aufträge fallen weg und damit Geld, Wohlstand und Sicherheit. Beschäftigung und klare Aufgaben, eine straffe Tagesstruktur sind plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Routinen werden über Bord geworfen und müssen neu erfunden werden. Raum zum Atmen in den eigenen vier Wänden wird plötzlich knapp wenn mehrere Menschen 24 Stunden am Tag darin verbringen. Wenn ich mich im Park auf eine Bank setze, werde ich von der Polizei vertrieben – was mich dazu bringt, mein Verständnis von Freiheit und Selbstbestimmtheit zu überdenken und zwingt, andere Wege zu suchen, das Bedürfnis danach zu erfüllen.

Die Veränderung ist da. Und damit Verlust. Abschied von Gewohntem. Angst vor Ungewissem. Unsicherheit. Verstörung. Und hinter den Hamsterkäufen und leeren Supermarktregalen vermute ich auch ein Stück weit Panik.
Große Gefühle. Heftige Reaktionen.

Über sie zu urteilen, vergrößert in meinen Augen die Kluft zwischen mir und meinen Mitmenschen und erzeugt noch mehr Verletzung – bei mir oder beim Anderen. 
Zu akzeptieren, dass wir gerade alle wie verletzte Tiere versuchen, uns in Sicherheit zu bringen, uns zu retten und zu schützen, nur jeder einen anderen Weg dafür nimmt, entspannt mich. Ich darf. Und du darfst auch.
Es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt nur anders. In seiner ganzen Bandbreite und Vielfalt. Dem Anderssein mit Interesse zu begegnen und herauszufinden, was die Hintergründe und Antreiber sind finde ich bereichernder und beruhigender als es zu verurteilen. Vielleicht teile und verstehe ich nicht immer alles. Aber ich kann zumindest versuchen, es zu akzeptieren. Bei mir genauso wie beim Anderen. 

Ein weiser Satz aus meiner Weiterbildung in konstruktiver Kommunikation bei Hanne und Ingo, der auch jetzt wieder hilft: “Jeder handelt immer nur für sich und nie gegen mich.” 
Ich kann ihn also einfach lassen. 
 

 


Für Paare

Das was ich nicht ausspreche, das trennt.

 

Einführung in die Zwiegespräche nach Lukas Möller

Ingo Wölfl, Trainer und Coach
Die besonderen Zeiten, in denen Sie jetzt mehr Zeit als sonst mit Ihrem Partner (und Ihren Kindern) verbringen, kann eine Freude sein und/oder eine Belastung. Ausgesprochenes / Unausgesprochenes kann zwischen Ihnen stehen, wie eine unsichtbare Wand. Keiner von Ihnen hat den Mut bzw. das Vertrauen, Verbindung aufzubauen. Meist bleiben kurze Kommentare, Sticheleien oder ein "lautes" Schweigen im Raum stehen. Obwohl Sich beide Verständnis wünschen, ist keiner gerade in der Lage, Verständnis zu geben. 

Michael Lukas Möller hat eine Dialogform für Paare entwickelt, die es leichter macht, aus dem üblichen "Kommunikationstanz", bei dem man sich regelmäßig auf die Füße tritt, auszusteigen. Möglich wird eine kontrollierte Auseinandersetzung, die eher verbindet. Hierbei haben beide Partner die Möglichkeit sich mitzuteilen, ohne unterbrochen zu werden. Beide werden gleichermaßen gehört. Nacheinander, nicht gleichzeitig. Durch diesen strukturierten Gesprächsablauf, der am Anfang verständlicherweise künstlich wirkt, wird gesichert, dass das Wesentliche erzählt werden kann und das gegenseitige Verständnis wächst.

Wie geht das? - Das Prinzip und der Ablauf 
Sie vereinbaren eine feste Gesprächszeit, wann, wo, wie lange. Gleichwertigkeit ist die Grundlage: Jede*r Partner*in hat den gleichen Redeanteil, unabhängig von der Gesamtdauer. Eine Person beginnt mit 15 Minuten Sprechzeit, die andere Person hört ausschließlich zu. Dann wechseln. Dies dreimal nacheinander. Am Anfang ist es ungewohnt. Dann wird es selbst-verständlich.

•    Bei 60 Minuten empfehlen sich zehn Minuten am Stück
•    Bei 90 Minuten empfehlen sich 15 Minuten am Stück
•    Die Zeit sollte tatsächlich mit einem Timer gestoppt werden 

Setzen sie Sich gegenüber - in einen für Sie passenden Abstand. Ist die Konfliktenergie gerade sehr hoch, kann man auch Rücken an Rücken sitzen, so dass man am anderen anlehnt. Eine Irritation durch Blicke fällt somit weg. Störungen wie Handy, Musik o.ä. sollten ausgeschaltet werden. Der absolute Focus liegt auf dem Gespräch. Die Redezeit wird gestoppt. Danach ist die*der andere dran. 

Eine*r redet, eine*r hört zu.  Reden kann auch schweigen, nachdenken, innerhalten sein. Gerade die Zeit zum Nachdenken kann sehr wertvoll sein.

Die sprechende Person spricht in erste Linie über sich, was sie bewegt. „Wie geht es mir und wie geht es mir mit Dir?“ Was mich freut, verbindet, bewegt... und was fehlt, Sorge bereitet, frustriert. Stellen Sie sich vor: Jede Person steht in ihrem Garten! Es geht also darum, von seinem Garten zu sprechen und dem, was zwischen den Gärten so erlebt wird und eben nicht darum, das Unkraut im Garten des anderen zu jäten. Sich zeigen, statt beschuldigen. Die eigene Sichtweise schildern, statt auf Rechthaben zu bestehen. Von eigenen Gefühlen und Bedürfnissen sprechen, statt das Gegenüber zu interpretieren oder zu kolonialisieren, wie M.L.Möller das nennt.

Der*die Zuhörende hört mit einer forschenden Haltung zu. Jede/r lässt sich ein auf die Welt der*des anderen, ohne das Gehörte zu bewerten. Keine Nachfragen, Unterbrechungen, Einwürfe, Lösungsvorschläge. Das kann herausfordernd sein, vor allen wenn man eine komplett andere Sicht der Dinge hat, oder einem schon Ideen (was natürlich der Andere tun soll) kommen. Es gilt die Lösungslosigkeit auszuhalten. Ziel ist die gegenseitige Verständigung. Das Gehört werden. Sie können sich auf das Gehörte beziehen, oder ein für sie neues Thema eröffnen. Meist entsteht ein Rhythmus, der Gemeinsames und Unterschiedliches würdigt.

Es sich zur Gewohnheit machen
Testen Sie selbst. Langfristig braucht es eine verbindliche Verabredung, deren Zeitpunkt realistisch eingehalten werden kann, z.B. sonntags morgens im Bett. Wenn eine*r absagen muss, bietet diese*r einen Alternativtermin an. Es ist ungünstig, die Verabredung zu streichen, da diese ja zur wichtigen Gewohnheit werden soll. Vielleicht finden Sie Gefallen daran. Vielleicht so sehr, dass Sie die neue Gewohnheit auch nach der Quarantäne etablieren.
Lukas Möller empfiehlt, die 'Intervention' ein- bis zweimal pro Woche, 60 bzw. 90 Min. Das klingt erstmal viel. Sie werden allerdings erleben, dass die Zeit wie im Flug vergeht.

 

Quelle: Michael Lukas Möller, Die Wahrheit beginnt zu zweit, Das Paar im Gespräch, rororo


Selbstfürsorge

Was hilft mir in der Krise?

 

Amrei Korte, Trainerin und Coach
Zwischen Freitag, als die Schließung der Schulen beschlossen wurde, und Montag drauf wurden mir sämtliche Jobs in meinem voll gefüllten Terminkalender abgesagt. Von 100 auf 0 in Rekordzeit. Gleichzeitig wurde mir die Auswirkung auf uns alle, die Wucht des Desasters sehr plötzlich sehr klar. 
Seit fast 20 Jahren habe ich zum ersten Mal wieder WELTSCHMERZ empfunden. Und die ersten zwei Tage die ganze Bandbreite ungeliebter Gefühle erlebt: Wut, Trauer, Frustration, üble Laune, Lähmung und Gereiztheit. Ständig habe ich die Nachrichten gecheckt, viel telefoniert um mich mit Kollegen und Freunden auszutauschen. Teilweise haben diese Gespräche zu noch mehr Besorgnis geführt. Freie Fahrt ins Tal.
Am Dienstag Abend hatte ich zum ersten Mal wieder gute Laune, konnte lachen und mich freuen. Woran es lag? Ich habe den Computer und alle Nachrichten links liegen gelassen, einen Kuchen gebacken, Kerzen angezündet, eine schöne Flasche Wein geöffnet, ordentlich schlotziges Trüffel-Risotto gekocht, genüsslich mit meinen Liebsten gegessen, Kniffel gespielt, einen Tennisball auf dem Schlägerrahmen balanciert, Musik gehört. Die Welt Welt sein lassen. Zum ersten Mal seit Tagen durchgeschlafen.
Mir hilft es in der Krise, aus dem immer schneller fahrenden Karusell des Wahnsinns, der schlechten Nachrichten, der Panik, der Weltuntergangstimmung zu springen und wieder Boden unter den Füßen zu spüren. Selbstfürsorge zu zelebrieren, indem ich Dinge im OFFLINE tue, die mir Freude bereiten, die mich ins Hier und Jetzt bringen. Das will ich mir für die nächsten Wochen merken und wiederholen. Denn die Welt da draußen wird ohnehin weiter toben. Dafür braucht sie mich nicht.